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Wallfahrtsorte in der Umgebung
Wallfahrtsorte in der Umgebung

Almau in Übersee


Bereits 925 wurde erstmals eine Kirche in almau urkundlich erwähnt. Sie erscheint uns heute als ein im kern gotischer Bau, der im 18. Jahrhundert barockisiert wurde, mit bemerkenswerten Fresken im Innenraum. Nun eine Filialkirche der Pfarrei Grassau, war St. Leonhard in Almau früher eine der reichsten Kirchen der Gegend, was auf ihr großes Ansehen, verbunden mit einer Wallfahrt und Prozessionen zum Pferde- und Bauernheiligen St. Leonhard, zurückzuführen ist. Dies bedingt auch Ihre Lage in einer bäuerlich geprägten Landschaft unmittlebar neben Weideflächen, auf denen sich stets Pferde und Kühe aufhielten.Vieh zählte zum wertbollsten Besitz der Bevölkerung der umliegenden Dörfer. Als Schutzpatron des Viehs hält der hl. Leonhard eine Kette in Händen, in Anlehnung an das Vieh, das zuweilen angebunden ist; einst aber galt er auch als Patron der Gefangenen. Die vielen Motivtafeln, die noch vor wenigen Jahrzehnten die Innenwände der Kirche bedeckten, sind heute nicht mehr vorhanden. St. Leonhard in Almau war lange Zeit auch Ziel eines seit 1860 belegten Leonhardrittes. In der Nachkriegszeit konnte dieser Ritt am Namenstag des Heiligen in Ermangelung von Pferden nicht mehr durchgeführt werden,
obwohl dort schon 1797 von einem "Pferdesegen" die Rede ist, der auf eine sehr alte Tradition an diesem Ort hindeutet.

Arnsdorf in Lamprechtshausen

Über das Gnadenbild der bereits um 788 erwähnten Kapelle zu "Unserer Lieben Frau am Mösel" weiß die Legende zu erzählen, dass es in schweren Kriegswirren in einem Wald bei Arnsdorf versteckt und später wieder an die ursprüngliche Stelle gebracht worden sei. Erzbischof Eberhard II. übergab 1241 die Pfarrei Lamprechtshausen und damit auch Arnsdorf der Benediktinerabtei Michaelbeuern, die fortan  hier die Seelsorge ausübte. Wegen des großen Zustroms an Wallfahrern wurde zu Beginn des 16. Jahrhundertseinen neue Kirche erbaut, die 1520 mit vier Altären und einem neuen spätgotischen Gnadenbild geweiht wurde. 1646 bis 1672 wurden beidseitig an das Kirchenschiff Kapellen angebaut, die man mit barocken Altären ausstattete. Ein Einsturz des Steingewölbes erzwang 1753 die Erneuerung der barocken Inneneinrichtung. Auch der Hochaltar wurde 1758 unter Verwendung der vom Vorgängeraltar erhaltenen Schwanthaler-Figuren erneuert. Mittwlpunkt ist das alte Gnadenbild der Gottesmutter mit dem Kind. An die großen Wallfahrten der Barockzeit mit vielen Gebeserhörungen der Gnadenmutter von Arnsdorf erinnern Motivtafeln. Viele Menschen, auch internationales Publikum, versammeln sich alljährlich an Heiligabend zu einer Gedenkfeier hier am Entstehungsort des Weihnachtsliedes  " Sitlle Nacht, heilige Nacht".

Berchtesgaden, Franziskanerkirche

" Unsere Liebe Frau am Anger"

Dei älteste Marienwallfahrt auf dem Boden der ehemaligen Fürstpropstei Berchtesgaden bezieht sich auf die so genannte "Ährenmadonna" in der heutigen Franziskanerkirche. Als Kopie des in Mailnad befindlichen Orginals um 1450 enstanden, verband sich zunächst seine Verehrung mit de Kloster der Augustiner-Chorfrauen, das um 1400 aus dem nahen Nonntal hierher verlegt worden war. Nach dem Bau der doppelschiffigen spätgotischen Klosterkirche ( 1480 -1488)
hatte das Gnadenbild an der fünften Säule seinen Platz, bis man dafür in den Jahren 1668/69 an der Ostseite der Kirche eine eigene Gnadenkapelle errichtete. Der Bau, die Stuckierung und die Errichtung des Marmoraltares lagen in den Händen des Meisters Johann Spaz aus Linz. Die STuckfelder, ursprünglich mit Fresken, dann mit aufgenagelten Ölbildern gefüllt, sind bis heute leider leer geblieben. Das Gnadenbild der "Ährenmadonna" steht für das Symbol des ungesäten Ackers, aus dem das Brot des Lebens druch die Jungfrau Maria der Welt geschenkt wird. Das Patrozinium wird am 25. März gefeiert.

Berchtesgaden, Hilgerkapelle


Die Wallfahrtskapelle hat ihren Namen vom sogenannten Hilgerlehen, auf dessen Grund und Boden sie erbaut wurde. Von schwerer Krankheit genesen, ließ Ursula Regina Seefeldner, die Gattin des Berchtesgadener Bürgemeisters und Verlegers, eine kopie des wundertätigen Gnadenbildes von Maria Dorfen (Lkt. Erding) anfertigen und erbaute dafür in den Jahren 1723/24 eine Kapelle. Der Berchtesgadener Hofzimmermeister Peter Wenig lieferte den Plan, der Marktschellenberger MauerermeisterHeinrich Reßl führte den Bau aus, der Wiener Jakob Gallo stuckierte den Innenraum und lieferte den Altar und der Burghausener Innonzenz Anton Wärathi malte die Fresken. Die rasch aufblühende Wallfahrt zum Gnadenbild "Maria Dorfen" erforderte 1727 noch den Anbau einer Sakristei mitsamt Turm, der die Zerstörung des Stuckaltares von Gallo zur Folge hatte. 1778 fertigte der Berchtesgadener Hoftischler Christoh Datz den heutigen Altar. Es gleicht einem Wunder, dass die Hilgerkapelle den Abrissplänen nach der Säkularisation nicht zum Opfer gefallen ist. Das Patrozinium wird am Fest zu "Unserer Lieben Frau in Jerusalem" am 21. November gefeiert.

Bräuhausen in Seeon-Seebruck


Auf einer Halbinsel zwischen dem Dorf Seeon liegt die spätgitische Kirche ST. Maria. Der 1532 unter dem Seeoner Abt Georg von Neuhauser errichtete  einschiffige masive Bau hatte zwei Vorgängerbauten, einen fürhen Holzbau und einen 1338 errichteten Steinbau. Die Inneneinrichtung im einheitlichen Barockstil eintstand 1706 unter Abt Columban II. Freitlperger. Ein Gemälde von 1875 an der Nordwand fällt durch seinen lokalen Bezug auf: Die Heilige Familie fährt, von Engeln begleitet, in einem Schiff auf dem Seeoner See. Set dem 15. Jahrhundert ist eine aufblühende Marienwallfahrt belegt. Das Madonnenbild in  der Mittelnische des Hochaltares unter einer Darstellung der Dreifaltigkeit stammt aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist von den Assistenzfiguren, dem hl. Josef mit dem Jesuskind und der hl. Anna mit Maria, flankiert. Von den ehemals vielen Motivbildern ist seit einem Diebstahl im Jahr 1976 nur mehr ein kleiner Rest vorhanden.

Burg Tengling in Waging am See


Westlich von Tengling erhebt sich auf einer steilen Anhöhe am Rande des GEländes der ehemaligen Stammburg der Grafen von Tengling, die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. 1213 wurde erstmals das Patrozinium dieser Kirche genannt, die 1532 neu erbaut wurde. Für die Kirche schuf der Laufener Maler Gordian Guckh einen spätgotischen Flügelaltar mit einer sitzenden Madonna im Schrein, die zum Kultbild einer lokalen Wallfahrt wurde. Als 1871 statt des inzwischen barocken ein neugotischer Hochaltar geschaffen wurde, verzichtete man auf die Austellung des veehrten Gnadenbildes und veräußerte es um 1900 an einen Kunsthändler. An die ehemalige Wallfahrtstradition erinnern noch 25 Votivtafeln aus der Zeit von 1712 bis 1956, die nach einer umfassenden Restaurierung im Jahre 2006 nun an der Nordwand des Kirchenschiffs angebracht sind. Bemerkenswert ist einen Wandlmalerei aus dem 17. Jahrhundert mi der Darstellung einer die Pestpfeife abwehrenden Schutzmantelmadonne.

Dürrnberg in Hallein

Nachdem im späten 12. Jahrhundert der Salzbergbau am Dürrberg wieder eine Rolle zu spielen begann, wurde dort ein Kirchlein errichtet, das 1347 in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde. Es stand vermutlich auf dem "Hallerbühel", wo heute noch ein Flurname "zur alten Kirche" darauf hindeutet. Als jedoch die neuen Lehren der Reformation auch hier Fuß fassten, ließ Erzbischof Wolf Dietrich in den Jahren von 1594 bis 1612 den heute von Weitem sichtbaren Kirchenbau ausführen. Der Hofbaumeister Andrea Bertolet zeichnete als Architekt verantwortlich. Von 1682 bis 1814 besorgten die Augustiner-Eremiten die Seelsorge. Das heutige Kultbild stellt eine thronende Madonna mit dem Kind in der Linken dar. Einer Tradition zufolgesoll das ursprüngliche Gnadenbild jedoch jene stehende Madonnafigur sein, die heute über der Sakristeitür ihren Platz hat. Der ausladende von Leopold Fux um 1750 geschaffen Hochaltar bildet eine würdige Umrahmung für das Gnadenbild. Die frühersten Zeugnisse der Wallfahrt beginnen um 1600.Jahr für Jahr wurden die als Votivgaben  gespendeten Wachsfiguren zum JLebzelter nach Hallein gegeben, der sie in bares Geld ablöste, was die größte Einnahmequelle der Kirche darstellte. Seit dem Jahre 1613 gab es Mirakelbücher. Das Einzugsgebiet der Wallfahrer erstreckte sich im Westlichen auf den Tennen- und Flachgau, daneben den Rupertiwinkel.

 Sein bedeutendstes Fest erlebte der Wallfahrtssort 1817 anlässlich der Feier zur 200. Wiederkehr der Kircheweihe. Mehr als 70.000 Pilger wurden damals gezählt; eine eigene Weihemütze wurde geprägt. Noch heute erfreut sich die Gnadenmutter am Dürnberg eines regen Wallfahrerbesuches. Einzelwallfahrer kommen das ganze Jahr hindurch hierher. Organisierte Wallfahrten gibt es während der Sommermonate, vor allem aus Salzburg und den österreichischen Alpenländern. Der größte Zuzug ist an Mariae Himmelfahrt, dem Patroziniumstag am 15. August, und an den drei Goldenen Samstagen zu beobachten. Die Kirche ist nach schweren Bauschäden, die durch das abrutschende Gelände verursacht wurden, generalsaniert und 2006 wieder feierlich eröffnet worden.

Der nach italenischem Vorbild neben der Kirche als offener Campanile erbaute Turm trägt noch heute die wertvolle 1200 kg schwere Glocke ans dem Jahre 1504.

Ebenau

Im 17. Jahrhundert ersuchten die Messingarbeiter von Ebenau um Errichtungen erner Seelsorgestelle. Diese wurde 1699 bis 1702 geschaffen und dem hl. Florian - Patron gegen Feuersgefahr - anvertraut, auch eine Reliquie des Heiligen wurde beschftt. Ein halbes Jahrhundert später entstanden eine Wallfahrt dorthin, nachdem 1752 einflussreiche Salzburger Bürger eine Stiftung für das Ebenauer Gotteshaus getätigt hatten. der damit verbundene BIttergang zur Kirche des hl. Florian findet regelmäßig in den Tagen im St. Florian (4. Mai) statt. Besonders für die Bäckerzunft spielte der Schutzheilige zur Verhütung von Feuersgefahr eine wichtige Rolle. Dieser Salzburger Bittgang wurde sowohl während des Nationalsozialismus verboten. Beide Male erlitt die Stadt Salzburg (durch den Stadtrand von 1818 sowie die allierte Bombadierung 1944/45) großes Leid. Man hat daher unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg den Brauch des Bittganges wieder aufgenommen. Auch 14 wietere Gemeinden unternahmen einst Bittgänge  nach Ebenau; bis heute erhalten haben sich nur jene aus St. Gilgen und Faistenau.

Feldkirchen in Ainring

Die Wallfahrt der Kirche auf dem "freien Feld" muss bereits im 14. Jahrhundert beträchtlich gewesen sein, und sie zählt somit zu den ältersten marianischen Gnadenstätten des Salzburger Raumes. Wegen des "grossen Zulaufes des Volkhs" kam es 1420 zu einem Neubau der Kirche. Zwischen 1516 und 1521 entstand als Ausdruck vertiefter Volksfrömmigkeit - aber auch der Finanzkraft der Wallfahrtsstätte - der gegenwärtige stattliche Kirchenbau als letzte Blüte spätgotischen Bauschaffens im Umkreis von Salzburg. Feldkirchen wurde zur Hauswallfahrt der Residenzstadt und zu einder der bevorzugten Gnadenstätten der hohen Geistlichkeit sowie des Bürgertums und erst im 18. Jahrhundert durch Maria Plain und Maria Kirchental abgelöst. Das Gnadenbild im barocken Hochaltar, eine sitzende Madonna mit Kind, entstand um 1520. Aus dieser Zeit hat sich noch die Reliefgruppe "Tod Mariens" erhalten, während die übrige  Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert stammt. Einen Zyklus der nach 1615 angefertigten Mirakelbilder verwahrt das Heimatmuseum Bad Reichenhall.

Filzmoos

Am Fuß des Dachsteins gelegen, wurde Filzmoos 1273 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 16. Jahrhundert besteht dorthin ein Wallfahrt. die gotische Pfarrkirche St. Peter und Paul, die 1453 erstmals genannt wurde, besitzt einen Westturm von 1546. Im Jahre 1474 wurde das Gotteshaus durch den  Chiemseer Bischof Bernhard von Kraiburg geweiht, 1515 erfolgte die Weihe des Friedhofs. 1679 wurde Filzmoos zum Vikariat erhoben und 1858 zur Pfarrei.
Seit der Neugestaltung der Kirche in den Jahren von 1959 bis 1961 hängt das aus dem ausgehenden 15. Jahrhunderts stammende Gnadenbild des "Flizmooser Kindl" in einem modernen Glasschrein mit Strahlenkranz. Jakob Adelhart hat 1960 sowohl diesen als auch die Skulpturen der Maria Immaculata und des hl. Joseph geschaffen. Im Chorraum befinden sich auch die Konsolfiguren der hll. Petrus und Paulus von 1703, die ursprünglich am Hochaltar aufgestellt waren. Das dreijochige Langhaus weist heute eine flache Balckendecke auf, was aber - wie die Pfeilerstümpfe beweisen - nicht die ursprüngliche Bauabsicht war. Das Ornamentband unterhalb der Balckendecke ist aus dem späten 16. Jahrhundert. Bemerkenswert sind die zweigeschossige Pfeilerempore sowie die obere Empore von 1888. Noch heute finden zahlreiche Fußwallfahten nach Filzmoos statt.

Frauenbrunn in Traunwalchen bei Traunreut

Ein heute noch vielbesuchter Wallfahrtsort ist das sogenannte "Frauenbrünndl" in Traunwalchen, das aus einer Quelle, die an einem Hügel hinter dem Dorf entspringt, und einer im Jahre 1606 errichteten Kapelle mit vielen Votivtafeln besteht. Die Frauenbrünndl-Kapelle ist ein achteckiger Holzbau mit einer großen Zwiebelkuppel, der in der Mitte des 18. Jahrhunderts barockisiert wurde. Neben den vielen Votivtafeln in der Kapelle mit den Darstellungen von wundersamen Heilungen und Rettungen durch die Muttergottes findet sich hier auch ein bemerkenswerter Kupferstich: Er zeigt das Wallfahrtsheiligtum in früherer Zeit mit der Brunnenkapelle und Badehütte, wo Wallfahrer der Segnung des als heilkräftig erachteten Quellwassers teilhaftig werden konnten. Bemerkenswert ist, dass sich dieser bekannte Wallfahrtsort erst als Nachfolger einer zuvor bereits bestehenden Wallfahrt-nämlich in die Traunwalchner Marienkirche selbst - entwickelt hat. Diese frühere Wallfahrt, die vermutlich in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückreicht, führte zur Gottesmutter Maria, die man bei Unglücksfällen, Leiden und Krankheiten um Hilfe bat. In einem heute noch erhaltenen "Mirakelbuch" sind 942 "Wunderheilungen" festgehalten, die zum größten Teil in die Jahre von 1507 bis 1519 fallen. Diese Wallfahrt trat allerdings zunehmend in den Hintergrund, als das Quellheiligtum Frauenbrünndl, ausgebaut und gefördert vom Grafen Ladislaus von Törring, an Bedeutung gewann. Zwar kam es wegen der Wallfahrtskonkurrenz zu heftigem Streit mit dem Propst von Baumburg, der die traditionelle Traunwalchener Marienwallfahrt betreut. Jedoch konnten sich die Grafen von Törring in dem jahrzentelangen Streit schließlich mit "ihrer" Wallfahrt behaupten.

St. Leonhard in Grödig

Vermutlich haben die Augustiner-Chorherren von Berchtesgaden im 12./13. Jh. in Grödig-Gartenau eine Leonhardi-Kirche errichtet, die 1407  eine Filiale von Marktschellenberg wurde. Einst kirchlich zur Fürstpropstei Berchtesgaden gehörig, wurde das Gotteshaus ab 1816 mit der Pfarrei Grödig verbunden und 1915 der Abtei St. Peter inkorporiert. Es handelt sich um einen einschiffigen, spätgotischen Bau mit West-Turm von 1643/44. Während das von Johann Friedrich Pereth geschaffene Hochaltarblatt mit dem hl. Leonhard als Fürbitter vor Maria mit Kind noch von 1692 stammt, wurde der Marmoraltar von Josef Haslauer 1850 erneuert. Ebenffalls aus dem Jahre 1692 stammen die barocken Statuen der hll. Georg und Martin. Die Altarblätter am linken (Beweihung Christi) und am rechten Seitenaltar ( Heilige Familie) werden Johan Wolf Hofler zugeschrieben. Die Kanzel im Stil des Berchtesgadeners Christoph Datz mit Figuralschmuck der vier lateinischen Kirchenväter und dem hl. Bonaventura stammt von Andreas Stangassinger und Bartholomäus Pertiller (1695). Um den Gedenktag des hl. Leonhard (5.November) fondet alljährlich ein Leonhardiritt statt. Eine besondere Rolle nimmt auch der Adventmarkt ein.

Gessenberg in Waging am See

Auf dem Ausläufer eines Höhenrückens westlich von Waging steht der 1147 erstmals erwähnte Adelsstitz, der Ende des 15. Jahrhunderts an die Auer von Winkel überging. Neben dem dreigeschossigen und mit vier Ecktürmern versehenen Schlossbau befindet sich die 1664 von Hnas Jakob von Auer erbaute Schlosskapelle als Nachbildung der achteckigen Altöttinger Gnadenkapelle. Zur Verehrung wurde eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes auf gestellt, die von den Gläubigen der Umgebung aufgesucht wurde. Den Höhepunkt der Wallfahrt bildete der " Gessenberger Frauentag" am 15. August. Ein Visitationsbericht von 1788 beanstandete, dass die Kapelle mit Votivtafeln, wächsernen Votivgaben, Blumenbüschen, Kruzifixenund Marienbilder überladen sei und veranlasste deren Entfernung. Aber noch im 19. Jahrhundert wurde der " Frauenttag" unter großem Zulauf des Volkes feierlich begangen. Damals befand sich über dem Eingangsportal noch eine Außenkanzel für die Predigt.

Großgmain

Als Marienkirche in einer Papsturkunde des Jahres1144 erstmals erwähnt, stand das Gotteshaus von 1136 bis 1803 unter der seelsorgliche Betreuung der Augustiner-Chorherren von St. Zeno. Auf Grund ihrer Bedeutung wurde die Kirche bereits im 14. Jahrhundert in den rang einer Pfarrkirche erhoben. Die Beschaffung einer um 1390 geschaffenen Gusssteinmadonna für das Gotteshaus könnte auf die fromme Handlung eines Plainer Pflegers aus dem Geschlecht derer von Nußdorf zurückgehen. Als ein die Wallfahrt auslösendes Ereignis ist möglicherweise eine Brandkatastrophe im Jahre 1453 anzusehen, wobei ein die Stadt Reichenhall bedrohender Waldbrand nach Anrufung Mariens abgewendet worden war. Im Sockel der nunmehr als Gnadenbild verehrten Statue befindet sich jene Jahreszahl 1453. Der Zustrom von Wallfahrern muss in den darauf folgenden Jahrzehnten derart zugenommen haben, dann man - wohl nach Plänen von Christian Intzinger - vor 1497 zu einem Neubau in Form einer dreischiffigen Hallenkirche schritt. Die Innenausstattung, wozu ein kostbarer Flügelaltar eines bekannten Meisters von 1499 zählt, fand um 1500 ihren Abschluss. Auch in den späteren zwei Jahrzehnten erfolgten zahlreiche Um- und Neubauten, die auf eine blühende Wallfahrt hindeuten. Als Besonderheit ais dieser Zeit hat sich eine großformatige Mirakeltafel (1513) notariell beglaubigter Wunder erhalten. Das Gotteshaus beherbergt noch zwei weiter Tafeln aus der Zeit um 1550 bzw. 1620. Während ursprünglich das Opfern von Wachsvotiven üblich im 15. Jahrhundert die Opferung lebendiger Hühner durch, die von den Wallfahrern dreimal um den Hochaltar getragen werden mussten, bevor man sie in einen hölzernen Gitterschrank, die "Hennaseig`n", sperrte. Das Gnadenbild befand sich zuerst wohl in einem rückwärtigen Choraltar, beovr es  1739 in den Hochaltar gelangte. Von dem einstmal reichen Schmuck an Votivtafeln haben nur wenige die Säkularisation überdauert. VOn den vielen läubigen, die regelmäßig nach Großgmain kommen, ist besonders jene Kreutracht aus Hallein erwähnenswert, die auf Grund eines Gelöbnisses sich seit dem Jahre 1595 jährlich in dem Marienheiligtum einfindet.

Holzhausen in Teisendorf


Die nördlich von Teisendorf auf einem Höhenrücken gelegene Kirche war ursprünglich dem "Heiligen Kreuz" geweiht, nur der einzige Seitenaltar galt dem hl. Leonhard. Erst Ende des 17. Jahrhunderts hat sich zu diesem allseits verehrten Viehpatron eine lokale Wallfahrt entwickelt, verbunden mit einem Osterritt, der 1682 erstmals erwähnt wird. Kultfigur ist die um 1510 entstandende Holzplastik des sitzenden Heiligen, die sich nun im Schrein des Hochaltars befindet. Zur Verhütung von St. Leonhard angerufen, woran noch einige Votivtafeln erinnern. Die Kirche verfügt über drei Barockaltäre, deren zwei Seitenaltäre kunsthistorisch bermerkenstwerte Gemälde von Jakob Zanusi ( um 1715) aufweisen, die auf das ursprügliche Hl.-Kreuz-Patrozinium Bezug nehmen. Der im ZUge der Aufklärung 1786 verbotene Osterritt erfuhr erst 1920 eine Neubelebung 1950 zur Gründung der "Holzhauser Leonhardivereinigung", die nun alljährlich am Pfingstmontag diesen Ritt unter großer Beteiligung der Bevölkerung ausrichtet.

Lauterbach in Dorfbeuern

Seit etwa 1130 gehort die um 788 erstmals erwähnte Kapelle von Lauterbach zur Abtei Michaelbeuern. Es entwickelt sich eine bescheidene aber beständige Wallfahrt zu diesem den Vierzehn Nothelfern geweihten Kirchlein. Der Schwerpunkt der Verehrung gilt allerdings dem hl. Ägidius, der bei Dürre, Sturm, Feuersbrunst und sonstigem Unglück angerufen wird. Die jetzige Kirche wurde unter dem Abt Anton Moser ( 1765-1783) durch F.A. Mayr aus Trostberg erbaut. Haupt- und Seitenaltäre sind Werke von Johann Krapf aus Trostberg (1769), die Altarblätter verdanken wir dem Salzburger Maler Nikolaus Streicher. Das prächtige Deckengemälde der zentralen Kleinkuppel schuf Josef Söll, ebenfalls aus Trostberg: Der bedrängte König David erfährt Hilfe durch Kfieger aus dem Heer des Königs Saul. Wie David in seiner Not überraschend Hilfe bekommt, so widerfährt sie den Christen durch die Vierzehn Nothelfer, die auf de Hochaltarbild zu sehen sind. Die Kirchenglocke - einst Orientierung für die in den Nebeln des Oichtentales Verirrten - wird heute nur mehr für die Wallfahrer geläutet. Insbesondere sollte früher durch das Läuten des Glöckleins Verlorenes wieder gefunden werden; vielleicht rührt daher die im 18. Jahrhundert hier hizukommene Verehrung des hl. Antonius.

Loipl in Bischofswiesen


Um die seelsorglichen Verhältnisse auf der 800 Meter hoch gelegenen Ebene von Loipl zu verbessern, schritt das Stiftskapital der Fürstpropstei Berchtesgaden 1799 zur Errichtung eines bescheidenen Gotteshauses, das ein Jahr später - kurz vor Aufhebung des Stifts - fertig gestellt wurde. Das schlichte Kirchlein mit Langhaus erfuhr 1824 eine Erweiterung in Form einer Vorhalle mit mittig darüber gesetztem Türmchen, was dem äußeren Erscheinungsbild bis heute sein typisches Gepäge gibt. Zum Zentrum der Verehrung wurde in den darauf folgenden Jahrzehnten eine Kopie des Maria-Hilf-Bildes von Passau bzw. Innsbruck. In kleine Bildnischen gesetzt, wartet der überschaubare Bau mit weiteren Gnadenkopien auf, so etwa der Altöttinger Madonna sowie dm Gnadenbild von Maria Kunterweg. Daneben befindet sich an der Wandmitte ein Ostensorium mit einem Partikel des aus Berchtesgaden stammenden Kaspar Stagassinger, der 1988 selig gesprochen wurde. Obwohl "Maria Hilf" in Loipl auch von einigen wenigen Kreuztrachten außerhalb der ehemaligen Fürstpropstei
Berchtesgaden besucht wurde, blieb sie doch eine hauptsächlich der Gnotschaft Loipl vorbehaltene Wallfahrt, deren noch vorhandene Votivtafeln gleichzeitig
dem Stolz der hiesigen Bauernlehne auf ihr Kirchlein unterstrichen.

Die Maria Alm

Neben Maria Kirchental gibt Maria Alm als der bedeutendste Wallfahrtsort des Pinzgaus. Die dreischiffige Wallfahrtskirche aus der Spätgotik, später von Christoph Anton Mayr barock ausgemalt und mit breit ausladenden Altären versehen, nahm in spätmittelalterlicher Zeit das Bildnis einer gemalten Madonna auf, die lange an einem Baumstamm hängend zum Schutz gegen wilde Tiere verehrt wurde. Im Jahre 1636 ließ man eine geschnitzte Madonna anfertigen, die heute noch auf dem Hochaltar thront. Eine stattliche Zahl an Votivtafeln zeugt von dem weiten Einzugsgebiet der Wallfahrt. Noch immer brennen die großen Wachskerzen vor dem Gnadenbild der Muttergottes. Vor allem von Mai bis Oktober kommen zahlreiche Gruppen aus Bayern, Ober- und Niederösterreich sowie aus der Steiermark. Besonders am 8.September und zu den drei Goldenen Samstagen finden sich aus der Pfarrei und der Umgebung viele Wallfahrer ein. Auch als Hochzeitskirche ist Maria Alm sehr beliebt. Durch dem Einsatz einiger Gläubigen wurde in den 1980er Jahren die nahegelegene "Bruder-Klaus-Friedrichskirche" gebaut, die im Mai 1988 als ökumenische Einrichtung eingeweiht wurde. Zudem entstanden in den letzten Jahren mit Unterstützung der Pfarrei und Gemeinde ein "Labyrinth" und ein interreligiöser Gebrutsraum in diesem Haus der Begegnung.

Maria Bühel in Oberndorf


Auf der Hochterasse des rechten Salzsachufers, dem so genannten Amselbichl, ließ der Laufener Stiftsdekan Georg Paris Ciurletti 1661 eine Kopie des Gnadenbildes von St. Jakob in Straubing in einer hölzernen, später steinernen Bildsäule aufstellten. Veranlasste durch die zunehmende Verehrung des Bildes erfolgte ab 1663 in erster Kapellenbau, 1707 eine Erweiterung und von 1718 bis 1722 die Errichtung der Wallfahrtskirche in ihrer heutigen Gestalt. Das dreijochige Langhaus mündet in einen querovalen Raum, dem sich der quadratische Chorraum anschließt. Der 1722 nach geschaffene Hochaltar zeigt das von Strahlen umgebene Gnadenbild. Die Altaraufbauten in den Konchen von Thaddäus Baldauf enthalten die 1721 geschaffenen Gemälde von Johann Michael Rottmayr, links der hl. Franziskus, rechts der hl. Florian. Die den hll. Leonhard und Kajetan geweihten Altäre im Langhaustammen von 1764, die von S. Holzner  gemalten Bilder von 1849. Von der ehemals regional bedeutsamen Wallfahrt künden noch mehrere Votivbilder, darunter eine Darstellung des Brandes von Oberndorf im Jahre 1757.

Maria Eck in Siegsdorf

Der beliebte Wallfahrtsort Maria Eck liegt auf einem 882  m hohen Bergrücken der Chiemgauer Voralpen. Von 1618an erwarb das Benediktinerkloster Seeon hier Sommerweiden und errichtete 1626 auf einem Hügel eine Marienkapelle. Auf  die Bauzeit der kapelle gehen die Ursprünge der Wallfahrt zurück: Der Legende nach war dem Kapellenbau eine mystische Erscheinung dreier Lichter vorangegangen. Der Wallfahrtsort erfuhr durch die Hochblüte der Marienverehrung im 17. Jahrhundert einen beträchtlichen Aufschwung. Angesichts der steigenden Wallfahrerzahlen wurde die Kapelle im 17. Jahrhundert mehrmals erweitert und zur heutigen Wallfahrtskirche Mariae Geburt umgestaltet. Die Einrichtung dieses um 1640 von dem Baumeimeister Wolf König aus Traunstein erbauten Gotteshauses entstammt größtenteils dem Rokoko. Besondere Erwähnung verdient der Hochaltar aus dem Jahre 1691. Das Gnadenbild ist eine Kopie des Muttergottesbildes aus der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom. Im Umfeld der Kapelle wurden Ökonomiegebäude, ein Klostergasthof und
 1713 ein Klostergebäude für die Wllfahrtspriester erbaut. Für die dauernde Hochschätzung der Wallfahrt zeugt ein von Papst Pius VI. 1791 verliehener vollkommener Ablass, den alle Gläubigen von Maria Eck nach Empfang der Sakramente und dem Beten von fünf Vater Unser gewinnen konnten. Dies war zugleich die päpstliche Anerkennung der Wallfahrt Maria Eck als Friedenswallfahrt. Zahlreiche Votivtafeln erinnern an wunderame Heilungen. Die tiefe Volksfrömmigkeit bewirkte ein Anhalten der Wallfahrt über die Säkularisation 1803 hinaus, in der das Gnadenbild kurzzeitig aus der Kirche entfernt wurde, die gesamte Anlage 1810 in Privatbesitz kam, das Kirchengebäude umgenutzt und teilweise zerstört weden sollte. 1813 wurde die Kirche wieder geöffnet. Mit der Einrichtung eines Klosters der Franziskaner-Minoriten begann 1891 eine neue Blütezeit. Maria Eck ist heute noch einer der lebendigsten Wallfahrtsorte Bayerns, wobei vor allem die jährliche stattfindenden Trachten-, Krieger- und Behindertenwallfahrten überregionale Beachtung finden.

Maria Ettenberg in Marktschellenberg

Über die Entstehung der Wallfahrt auf dem "Ödenperg" berichtet Pfarrer Martin Sartoris von Marktschellenberg: 1695 wurde an einem Lindenbaum ein von Simon Fries aus Salzburg geschnitztes Muttergottesbild augebracht, worauf man ein Jahr später eine Holzkapelle um den Baum errichtete. 1698 entstand der erste Kirchenbau als Dreikonchenanlage, ähnlich wie St. Bartholomä, ausgestattet mit dre Altären. Das Einzugsgebiet der rasch aufblühenden Wallfahrt auf
den Ettenberg konzentrierte sich hauptsächlich auf Salzburg, Hallein und Kuchl. Ab 1723 begann die Plannung des heutigen Saalbaues, der mit der Inneneinrichtung im wesentlichen 1727 abgeschlossen war. Baumeister war der Berchtesgadener Maurermeister Peter Schaffner, die Stuckierung schuf  Josph Höpp, die Fresken Innozenz Anton Wärathi, beiden aus Burghausen. Die Altäre in den halbrunden Seitenkapellen des Mittelschiffs, Kreuz- und Rupertusaltar, wurden erst 1740 bzw. 1750 eingesetzt. Unübersehbar steht auf der Orgelempore der überlebensgroße Christophorus (17. Jh.) als Patron gegen den "jähen Tod". Patrozinium wird in Maria Ettenberg an Mariae Heimsuchung (2Juli) gefeiert.

Maria Gern in Berchtesgaden


Die Anfänge der Wallfahrt zu einem Gnadenbild zu " Unserer Lieben Frau" im Gerer Hochtal reichen an den Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Auf dem Weg von Berchtsgaden durch den Wald hoch über dem Gernbach baute man um 1600 eine kleine Kapelle und setzte dort ein hölzernes Muttergottesbild ein. Heute steht an dieser Stelle die "Angererkapelle". 1666 Brachte der Gerer Wolfgang Hueber, salzburgischer Unterwaldmeister in Itter ( bei Wörgl, Tirol), ein von ihm geschnitztes stehendes Muttergottesbild mit Kind in seine Heimat. Die Augustiner-Chorherren von Berchtesgaden bauten dafür 1669 eine Kapelle, die wegen der rasch aufblühenden Wallfahrt bereits 1680 einer größeren Kirche weichen musste. Die dreitte Kirche, der heutige Rokokobau, entstand in den Jahren von 1708 bis 1710, stuckiert von dem Salzburger Joseph Schmidt, die Freseken schuf Christoph Lehrl aus Höglwörth, die Altäre erbauten einheimische Meister. Am 21. NOvember 1724 konsekrierte der Augsburger Weihbischof Johann Jakob Maximilianvon Mayer die neue Wallfahrtskirche, die zu den schönsten im Berchtesgadener Land zu zählen ist. Ihr Patrozinium wird an Mariae Heimsuchung (2. Juli) gefeiert.

Maria Kirchental in St. Martin bei Lofer

In der Abgeschiedenheinheit des schattenreichen Kirchentals errichtete um 1670 ein Bauer aus St. Martin eine hölzerne Kapelle, deren Andachtsgegenstände schon bald darauf zum Ziel lokaler Verehrung wurden. 1688 schritt man sodann zu einem Naubau der Kapelle durch die St. Martiner Gemeinde, wobei eine hölzerne Madonnastatute aus der zweiten Hälftte des 15. Jahrhunderts zur Aufstellung gelagngte, die sich ursprünglich im rechten Seitenaltar der im Tale liegenden Kirche St. Martin befunden hatte. Nun wurde es schnell zum Mittelpunkt hiesiger Barockfrömmigkeit, zumal sich zahlreiche Wunder ereigneten. nach einer behördlichen Untersuchung gab man das Kultbild schließlich zur öffentlichen Verehrung frei, und sogar der Salzburger Erzbischof las dort 1691 eine Messe und krönte das Gnadenbild. 1694 war auf erzbischöfliche Initiative hin und nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem einer Wallfahrtsbasilika begonnen worden, deren Ausführung in den Händen des Loferer Mauermeisters Stephan Millinger lag und die 1700 eingeweiht werden konnte. Die Wahl des Bauplatzes hatte der Legende nach ein Fingerzeig des Gnadenbildes beeinflusst, wonach in einem Schneefeld drei Kronähren zu blühen begonnen hatten. Eine der Kronähren ist noch heute in der Kirche kostbar gefasst. Seit dem jahre 1690 wurden von den zuständigen Geistlichen, die in einem eigenen Priesterhaus untergebracht waren, Mirakelbücher angelegt, die davon zeugen, dass schon während der Bauzeit des Gotteshauses Wallfahrer von weit  her - so aus Böhmen, Ungarn, den Reihnischen Ländern, der Schweiz und Italien - in das Kirchental kamen. Im Jahre 1783 zählte man über 50.000 Wallfahrer. Von ihnen hat sich ein bemerkenswert großer Schatz mit fast 1200 Votivtafeln erhalten. Neben dem wirkkräftingen Gnadenbild war es die Mäglichkeit, einen vollkommenen Ablass zu erlangen, die den Wallfahrtsort für so viele Gläubige zum Anziehungspunkt machte. Auf Grund der Zweiturmfassade gerne als " Pinzgauer Dom" bezeichnet, beeindruckt der Kirchenraum gleichermaßen durch Höhe und Raumvolumen. Der ursprüngliche Choraltar wurde 1857 ersetzt; der linke Seitenaltar (1719) stammt von Jakob Zanussi.

Maria Klobenstein in Kössen

Der Ursprungslegende nach sollen ein Kössener sowie ein Grabenstätter Bauer am Klobenstein gemeinsam eine Kapelle zu Ehren der Jungfau Maria errichtet haben, nachedem sie im Jahre 1664 jeweils von einer schweren Krankheit heimgesucht worden waren. Tatsächlich scheint der in der unwegsamen Schlucht des Großachendurchbruchs liegende Felsen, der einem geklobenen (geteilten) Stein ähnelt und an einen heidnischen Kultplatz erinnert, schon zuvor ein Ort der Verehrung gewesen zu sein. Wohl in den 1660er Jahren stellte man an einer dortigen Quelle eine Maria-Hilf-Bild auf. Reisende rasteten dort und labten sich an dem Wasser, das man als heilkräftig erachtete. Da die Besucher auch Geld niederlegten, schritt man 1673 zum Bau eines kleinen gemauerten Materls, in welchem das Bild untergebracht und auch ein Opferstock verankert werden konnte. Innerhalb eines knappen halben Jahres hatten sich darin 10 Gulden gesammelt, was auf einen regen Wallfahrtszustrom hindeutet. 1692 umgab ein Reit-im-Winkler Bauer das Materl mit einem hölzernen Bretterverbau,  wodurch eine regelrechte Brunnenkapelle entstand, die erst im Jahre 1886 einer Lourdesgrotte wichen musste. Da die Wallfahrt weiter anwuchs, siedelte man 1698 zur Betreuung der Kapelle und des Opferstocks in der Nähe einen Eremiten an. Auf Anregungen des Vikars von Kössen, Johannes Ressl, entstand 1704 in unmittelbarer Umgebung eine Loretokirche mit allesn lauretanischen Merkmalen und nach dem Vorbild der Santa Casa in Loreto. Darin befand sich auch eine Kopie der Loreto-Madonna. Neben dieser und dem Maria-Hilf-Bild war mittlerweile ein witeres Gnadenbild, eine hölzerne Madonnafigur, hinzugekommen und in der Brunnenkapelle aufgestelt worden. Dieses nunmehr im Mittelpunkt der Verehrung stehende neu errichtete Gnadenkapelle übertragen und im Altar eingesetzt. Zu den Wallfahrtsbräuchen zählte nehen dem Umschreiten der Kirche mit Holzkreuz nach das Opfern von gefassten Münzen. Besonderen Zulauf erfuren traditionell die drei Goldenen Samstage nach Michaeli, die noch heute zahlreiche Wallfahrer in das wildromantisch gelegene Maria Klobenstein führen.

Maria Kunterweg in der Ramsau

Der Weg dieses Gnadenbildes nahm seinen Anfang in Berchtesgaden, als der Dekan des Augustiner-Chorrherrenstiftes, J.B. Lachemayr, ein vom Gerer Wolfgang Hueber geschnitztes Muttergottesbild 1688 dem Pfarrvikar von Ramsau, Wolfgang Feichtinger, schenkte. 1690 wurde es von diesem am Viehweg (Kunter = Vieh) in eine Felsnische eingesetzt. Die bald darauf gebaute Holzkapelle wurde durch einen gemauerten Bau ersetzt und erhielt 1712 die Messlizenz.
 Schwere Beschädigungen machten einen Neubau notwenig: Die Grundsteinlegung erfolgte 1731 durch den Stiftsdekan Cajetan Anton von Notthafft, die abschließende Weihe 1733 durch den Chiemseer Fürstbischof Josef Franz Valerian Felix Graf Arco. Für die Zweiknochenanlage mit kuppeln und Laternen lieferte der Salzburger Lorenz Valentin Stumpfegger die Pläne, die Bauausführung besorgten Peter Schaffner uas Berchtesgaden und Heinrich Reßl aus
Marktschellenberg, die Fresken malte der Burhausener Innozenz Wärathi. Die Seitenaltäre von 1741 tragen BIlder von Johann Zick aus München. Den Hochaltar schuf der Berchtesgadener Hoftischler Christoph Datz. Das Patrozinium ist am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August)

Maria Mühlberg in Waging am See

Bei kaum einer anderen Wallfahrt lässt sich die Entstehung und frühe Entwicklung einer Gnadenstätte so gut nachvollziehen wie bei der auf dem Ausläufer einer Seitenmoräne südöstlich von Waging gelegen Wallfahrtskirche zu "Unserer Lieben Frau auf dem Mühlberg": Am 24. Juni 1669 erblickte die fußkranke Viehdirn Eva des Mühlberger Bauern Adam Laiminger auf ihrem Heimweg von der Waginger Kirche an einem wilden Birnbaum einen angehefteten kleinen Kupferstich mit der Darstellung des Ettaler Gnadenbildes. Dieses Andachtsbild fand rasche Verehrung durch das gläubige Volk, indem ein Opferstock zur Aufstellung gelangte und Votivgaben dagebracht wurden, was Untersuchungen durch den Ortspfarrer, den Laufener Dekan sowie das Salzburger Konsistorium auslöste und schließlich zu eidlichen Befragungen der Gläubigen führte. Trotz der versuchten Unterbindung der aufkommenden Wallfahrt durch die Geistlichkeit wurde 1671 mit Genehmigung des Erzbischofs Mas Gandolf von Kuenburg, der bei einem Besuch von der Zahl der betenden Wallfahrer beeindruckt war, ein kleiner kapellenbau errichtet. Aus dem Stamm des umgehauenen Birnbaumes wurde eine Nachbildung des Ettaler Gnadenbildes geschaffen, die zum vielverehrten Kultbild wurde. Die unvermindert anhaltende Wallfahrt und damit Finanzkraft der Gnadenstätte führte 1709/13 zur Erweiterung des Baues um zwei Joche und zur Errichtung eines Turmes als Dachreiter. Der Altar wies die außergewöhnliche Form eines vielästigen Birnbaumes mit  der Figur des Ettaler Gnadenbildes auf. Er ist heute an der nördlichen Seitenwand angebracht. Anlässlich dr Jahrhundertsfeier der Einweihung 1857 wurde die Kirche bis 1862 renoviert, mit Deckenbildern von J. Rattensperger versehen und der baumartige Altar durch eine neubarocke Ausführung ersetzt. Über dem Tabernakel befindet sich in einem Metallschrein mit Strahlen die 1774 von J.K. von Butermann aus Augsburg geschaffene Monstranz. Sie birgt den kleinen  Kupferstich, der die Wallfahrt einst ausgelöst hat. Von der durch die Jahrhunderte ungebrochenen Wallfahrt künden ab dem Jahre 1670 an die 390 Votivtafeln. Sie sind neben ihrer volksreligiösen Aussage wertvolle kulturgeschichtliche Bildquellen, die einen Einblick in das Leben und Wirtschaften unterschiedlicher Bevölkerungsgeschichten vermitteln. So zeigen sie Haus- und Hofformen, Innenräume und Gegenstände sowie ds Kleidungsverhalten der Menschen im Verlauf von zwei Jahrhunderten. Es ist der umfanggau und Rupertiwinkel.

Maria Plain in Bergheim

ALs die Schweden den Markt Regen im bayrischen Wald 1633 brandschatzten, blieb in einem abgerannten Haus ein kleines Madonnabild wunderbarerweise unversehrt. Über die Familie derer von Grimming zu Niederrain gelangete dieses von einem unbekannten Maler geschaffene Bild zunächst nach Salzburg/Mülln und 1652 auf den Plainberg in eine hölzerne Behausung, wo sogleich eine Verehrung einsetzte. Nachdem das Gnadenbild 1657 außer Landes gelagt war, kam für mehrere Jahre eine Kopie dessen zur Anbringung. Doch der Zustrom der Wallfahrer zu dem als wundertätig verehrten Bild wuchs ungeachet dessen stetig an. Nachdem es bereits 1657 zu zwei Kapellenbauten gekommen war, erfolgte von 1671 bis 1674 nach Plänen von Giovanni Antonio Dario der Bau einer Wallfahrtsbasilika, die aus einem sieben Altäre beherbergenden Kapellensaal mit darüber liegenden Emporen sowie einer Zweiturmfassade besteht. Ein Jahr später erfolgte auf Anspruch des Salzburger Erzbischofs Max Gandolf Graf Kuenburg die Rückgabe des originalen Gnadenbildes nach Salzburg, doch erst 1732 gelangte es aus der Plainer Schatzkammer auf seinen heutigen Platz über dem Tabernakel am HOchaltar. Gemäß einem Gelöbnis wurde das Bild mit päpstlich geweihten Kronen geschmückt. Am Hochaltar finden sich Plastiken von Jakob Gerold, ebenso Bilder von Frans de Neve, der auch den Kreuz- und Josephsaltar am Triumphbogen austattete. Die nördlichen Kapellenaltäre sind mit Platiken von Thomas Schwanthaler sowie mit Bildern von Michael Coxie und Christoph Lederwasch versehen. Wenige Votivtafeln und Votive, von denen die meisten 1782 abhanden gekommen sind, werden im Kirchenschiff präsentiert. Ein Wallfahrtsweg, beginnend in der Elisabethvorstadt, führt über insgesamt 15 Stationen auf den Plainberg, der zudem mehrere Kapellen und weitere Orte der Einkehr aufweist. Seit  1824 wird Maria Plain von der Abtei St. Peter in Salzburg betreut; 1952 erhob Papst Pius XII. die Wallfahrtskirche zur päpstlichen Basilika minor. Heute zählt Maria Plain neben Maria Kirchental im Pinzgau zu den beliebtesten Wallfahrtsorten im Land Salzburg.

Marwang in Grabenstätt

Der kleine Ort Marwang, östlich von Grabenstätt war ursprünglich Hofmark und Standort eines Schlosses. Gräfin Maria Katharina von Törring veranlasste 1647 den Bau einer Loretokapelle. Nach der Genehmigung des Baues durch den Erzbischof wurde ab 1648 mitdem Bau begonnen. Heute präsentiert sich das Kirchlein in der Ausgestaltung des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Legende nach haben im Jahr 1295 Engel des Haus der Hl. Familie von Nazareth in den mittelitalenischen Ort Loreto gebracht, wo es bis heute, überhaupt von der Kirche Santuario della Casa, hoch verehrt und von vielen Wallfahrern besucht wird. An diese Vorstellung wollte die Gräfin mit dem Bau einer Loretokirche erinnern. Sie veranlasste regelmäßige Messen und stiftete wertvolle Paramente. Schon bald kamen viele Wallfahrer aus den umliegenden Gegenden, die, wie zahlreiche Votivtafeln zeigen, mit ihren Anliegen Gehör bei der Gottesmutter fanden. Auch nachdem die Erbauerin der Kapelle später- wohl aus gesundheitlichen Gründen - in ein neu erbautes Stadthaus in Salzburg gezogen war, blieb sie ihrem alten Besitz verbunden. Noch kurz vor ihrem Tod vermachte sie 4000 Gulden unter der Bediengung, dass das Kapital allein der Fertigstellung eines Ganges um die Loretokapelle diene.